Bis das Museum fertig ist und von Ihnen besucht werden kann, halten wir Sie hier mit unserem Blog auf dem Laufenden.
Was passiert eigentlich hinter den Kulissen? Welche Arbeiten sind nötig, damit am Ende ein fertiges Museum steht? Woher kommen die Exponate, die gezeigt werden? Und wer entscheidet überhaupt was gezeigt wird und warum?
Wir lassen Sie gerne über die Schulter blicken und veröffentlichen hier einmal im Monat einen neuen Blog-Beitrag. Zu Wort kommen dabei ganz unterschiedliche Akteure.
Viel Spaß beim Lesen.
April 2026
Auf den Spuren von Contiomagus-
Ein Erfahrungsbericht
Vom 13. bis zum 24. April fanden zum zweiten Mal Ausgrabungen im Bereich des antiken Tempelbezirks statt. Gegraben wurde durch den Verein Erlebnis Archäologie, der es interessierten Laien ermöglichst selbst einmal an einer professionellen Ausgrabung teilzunehmen. Wie das ist, erfahren Sie hier von Christine Uyanik, die bereits zum zweiten Mal mit dabei war:
Hinter dem Römermuseum im saarländischen Pachten verbirgt sich ein Ort, dessen historische Bedeutung sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Was heute wie eine einfache Freifläche wirkt, war in der Antike Teil der römischen Provinz Gallien. Aktuelle Ausgrabungen bringen hier die Grundmauern eines Tempels innerhalb eines spätantiken Kastells aus dem 3. Jahrhundert nach Christus ans Licht und liefern neue Erkenntnisse zum gallo-römischen Vicus „Contiomagus“.
Die Grabungen sind Teil eines längerfristigen Projekts des Vereins „Erlebnis Archäologie“. Bereits im April des vergangenen Jahres sowie erneut in diesem Frühjahr wurde jeweils in zwei zweiwöchigen Phasen mit Grabungsgruppen gearbeitet. Alle Teilnehmenden sind interessierte Laien, die unter fachlicher Anleitung aktiv an archäologischer Forschung mitwirken. Ich durfte in beiden Jahren Teil einer Grabungsgruppe sein.
Während der ersten Grabungswoche haben wir das Areal direkt hinter dem Römermuseum Pachten untersucht. Ziel war es, weitere Gebäudereste innerhalb des Kastells freizulegen und bekannte Befunde besser einzuordnen. Ein besonderer Fokus lag auf der sogenannten Temenos-Mauer, der Begrenzung eines heiligen Bezirks rund um einen Tempel. Ihr Nachweis unterstreicht die Bedeutung Pachtens als religiöses Zentrum: der Vicus, also die Siedlung, war offenbar nicht nur Wohn- und Handelsplatz, sondern auch kultischer Ort, dessen sakraler Bereich bewusst vom übrigen Siedlungsraum getrennt war.
Auch wir Laien arbeiten natürlich mit den klassischen archäologischen Werkzeugen: Kelle, Pinsel, Schaufel und Handfeger. Schicht für Schicht nähern wir uns der Vergangenheit, immer mit Blick auf den Fundkontext, denn entscheidend ist nicht nur, was gefunden wird, sondern auch wo und in welchem Zusammenhang.
Für mich als Hobby-Archäologin ist die Grabungsarbeit hier in Pachten eine ganz besondere Erfahrung: zu wissen, dass genau hier vor rund 2.000 Jahren auch schon Menschen gelebt und gearbeitet haben, ist total spannend. Hier kann man den Vibe des antiken römischen Reiches so richtig spüren – vor allem wenn man auf einmal echte römische Keramik in der Erde stößt.
Selbst einen Regentag haben wir sinnvoll genutzt: für Vorträge von Grabungsleiter Klaus Schindl und eine Führung durch das im Umbau befindliche Römermuseum mit Museumsleiterin Kirstin Jakob. Dabei wurde deutlich, welche Rolle EU-Förderung spielt und wo künftig möglicherweise unsere Funde gezeigt werden.
Die Teilnahme an der Grabung in Pachten hat mir wieder einmal gezeigt, wie archäologische Arbeit historische Zusammenhänge sichtbar macht. Befunde, die zunächst unscheinbar wirken, erweisen sich oft als wichtig für das Verständnis des Areals. Mit jedem Stein wurde Pachtens römische Geschichte für uns greifbarer und es gibt sicher noch viel mehr zu entdecken.
Fotos: Christine Uyanik
MÄRZ 2026
Aus Alt mach Neu
Eine leise Atmosphäre, geflüsterte Konversationen, weiße Wände und hohe Decken - ungefähr so sieht die stereotype Vorstellung aus, die viele Menschen bei dem Wort "Museum" vor Augen haben. Und ganz ehrlich - nichts davon trifft gerade auf das Römermuseum in Pachten zu!
Hier ist es derzeit laut, staubig und reichlich kalt. Das soll natürlich nicht so bleiben, aber damit das Museum künftig allen Besuchergruppen offen steht, muss viel getan werden.
Untergebracht ist das Museum in einem ehemaligen Bauernhaus. Das diente als Wohnhaus für die Familie mit angrenzenden Stallungen für das Nutzvieh.
Barrierefreiheit, UV-Schutz, stabiles Raumklima und niedrige Luftfeuchtigkeit waren da eher nicht gefragt.
Diese Dinge sind aber essentiell für ein modernes Museum und daher wird hier gerade kräftig gebaut:
Im Inneren wurde das Gebäude weitestgehend entkernt. Ein Fahrstuhlschacht und ein neues Treppenhaus sind die größten Baumaßnahmen.
Darüber hinaus wurden Wände herausgebrochen und das Dach saniert. Als nächstes werden neue Elektro- und Heizungsleitungen verlegt.
Neu wird auch ein Zugang, der den Innenhof mit dem Museumscafé verbindet.
Für Schulklassen entsteht unter dem Dach ein ArchäoLab.
Und was genau das ist, erfahren Sie hier demnächst.








